Test für MiBla (Januar 18)

Liebe Leser unserer Vereinsbeiträge

Bis zu den Wahlen dürfen wir gemäss Mibla Statuten nichts Kritisches mehr zur Schule schreiben. (Wir verweisen Sie jedoch gerne auf die Homepage der IGSchule NiNiHo, wo Sie aktuell unsere Rubrik «Wahlen» anklicken können.)

Da wir uns ja aber die Schulthematik auf die Fahne geschrieben haben, werden wir bis im April allgemeine Fragen aufnehmen, die im Laufe von Gesprächen mit Vereinsmitgliedern aufgetaucht sind. Zum Auftakt des neuen Jahres wollen wir das berühmte Motto unseres ehrenwerten Zürcher Pädagogen Heinrich Pestalozzi unter die Lupe nehmen: Gemäss ihm soll Unterricht «mit Kopf, Hand und Herz» geführt werden. Was bedeutet das konkret?

«Kopf»: Das sind einerseits die kopflastigen Fächer, in denen die Schüler Fertigkeiten lernen wie Rechnen, Lesen, Schreiben, Fremdsprachen, Mathe etc. Meistens wird Schule nur mit diesem anstrengenden Teil verbunden. Tatsächlich ist Lernen anspruchsvolle, oft beschwerliche Arbeit, zu der es eine gewisse Überwindung braucht. Andererseits meint «Kopf» auch, dass die Lehrperson mit Kopf, sprich Wissen unterrichtet: Sie bereitet den Lernstoff schülergerecht auf, benutzt ihre Ausbildung und Erfahrung, damit die Kinder zum Lernerfolg kommen.

«Hand»: Damit ist die praktische Seite gemeint; einerseits sind dies Fächer wie Handarbeit, Werken, Zeichnen, Kochen und Sport, die nicht nur den Kopf, sondern auch den Körper einbeziehen. Obwohl er einen wichtigen Teil des Unterrichts ausmacht, wird er manchmal vergessen. Sieben Lektionen Schule pro Tag bedeuten aber nicht, sieben Stunden Mathe und Franz, sondern es ist meist ein gesunder Mix von strengen und lockereren Fächern, wo vielfältige Fähigkeiten geübt werden. Andererseits bedeutet «Hand» für die Lehrperson, dass sie ihren Schülern Hand reicht, um sie anzuleiten, wie sie am besten lernen können. Sie bietet verschiedene praktische Lernmethoden an. Die eine Schülerin wird gefordert, beim anderen legt die Lehrperson auch mal hilfreich Hand an und zeigt konkret vor, wie es geht. Mit didaktischem Geschick und Methodenvielfalt kann die Lehrperson so ihre Schüler gezielt fördern.

«Herz»: In diesen Teil gehört von Schülerseite her alles, was ihnen Freude macht: Die Lieblingsfächer, vielleicht auch Musik, lustvoll von Herzen gesungen, aber auch all die anderen schulischen Aktivitäten, die gemeinsam mit den Schulkameraden stattfinden: Schulreise, Exkursionen, Pausenplatz und vieles mehr. Lehrerseits bedeutet «Herz» den Beruf mit Herzblut ausüben, Herz zu zeigen für seine Schüler, indem man eine Beziehung zu ihnen aufbaut; sich für sie interessiert, den Zugang zu ihnen sucht. die Beziehung zwischen Lehrerpersönlichkeit und Schüler ist bekanntlich ein Schlüsselfaktor für die Lernmotivation.

Ob Pestalozzis ganzheitlicher Unterricht mit Kopf, Hand und Herz heute noch zielführend für den Lernerfolg ist, bleibt Ihrem Urteilsvermögen überlassen.

Für den Vorstand: Suzanne Weigelt und Nicole Fuchs
Kontakt: starkeschule@gmx.ch

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